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Der
NEMESIS CODEX
Hier
einige Leseproben aus der Science-Fiction Saga:
Er
konnte im Geiste bereits die Manöver, die der behende Gleiter ohne
Schwierigkeiten selbst in dichtesten Atmosphären vollzog, fühlen.
Wohin seine Augen auf der Form des Colum-Ghar auch schauten, er konnte
nur vertraute Linien entdecken. Sein Blick glitt entlang der schmalen,
spitz zulaufenden Bugkonstruktion in der die Nahkampfwaffen untergebracht
waren hin zu den seitlichen Tragflächen, die in ihrer gesamten Molekularstruktur
so aufgebaut waren, daß sie jeder Tragfähigkeitsanforderung
individuell angepasst werden konnten Hier war die Leitnummer des Gleiters
angebracht: 7.6.9.9. Zwischen den Tragflächen verbarg sich mittig
der Kommandoblock, der bis zu vier Personen aufnahm und notfalls vom Corpus
des Gleiters abgesprengt werden konnte. Darunter war der doppelte Impulswerfer
angebracht. Eine mächtige Waffe, die ganze Raumtransporter in Sekundenbruchteilen
zerbersten lassen konnte. Achteraus befanden sich vier GideonVI-Tiebwerke
mit Galitec-Atmosphärenwandlern, die dem Kampfgleiter ohne Mühen
1,1fache Alphageschwindigkeit verliehen. Der ultragehärtete Rumpf
wies kaum Spuren von Kämpfen auf, denn die Orgon-Schildgeneratoren,
die auf dem Technodrom entwickelt worden waren, wurden von keiner anderen
Defensivwaffe bisher übertroffen.
Ohne Zweifel. Dies war Zerions Kampfschiff. Der VORTEX III war das Kommandoshuttle
des segurianischen Technodroms und allein dem Commander und dem ersten
Offizier zugeteilt. Mit diesem Shuttle hatte waren sie dereinst hierher
gekommen, um ihre Strafe zu verbüßen. Nun war der Moment gekommen,
da sie diesen Ort wieder mit demselben Shuttle verlassen würden,
um den ewigen Kampf der Gewalten zu Ende zu bringen.
Auch Kh´yron
musterte fast andächtig den metallenen Todesvogel. Der Techniker
begann sofort, das Schiff nach eventuellen Beschädigungen oder Anzeichen
für Funktionsuntüchtigkeit abzusuchen, fand jedoch keinen Grund
zur Beanstandung.
"Er ist stark, mein Lord Zerion. Er schlief wie wir, und nun ist
auch er erwacht. Laßt uns in den Kampf ziehen, mein Kommandant."
Als er dies sagte, beseitigte Kh´yron die Sicherheitssperren, die
Unbefugte seit eintausend Jahren daran gehindert hatten, das fremde Schiff
zu betreten. Die Einstiegsluke unterhalb des Kommandoblocks öffnete
sich, die Krieger begaben sich ins Innere des Gleiters und konnten die
Kampfeinheit in Betrieb nehmen. Die beiden nahmen ihre Plätze auf
der Brücke ein, und Kh´yron aktivierte die Energiephalanx für
alle Sektionen. Es war, als ob sie beide dies erst gestern das letzte
Mal getan hätten. Jeder Handgriff war vertraut. Der ruhige, gleichmäßige
Puls der Reaktoren ließ darauf schließen, daß die vorgewärmten
Triebwerke in hervorragendem Zustand waren.
Zum ersten
Mal seit tausend Erdenjahren gab Zerion wieder den Zugangsbefehl.
"Computer. Alpha 1/Sierra Tango Triple One/Commander Zerion/242 Run."
Die Schaltbänke
vor dem Pilotensitz des Kommandanten, der rechts von dem des Copiloten
befindlich war, begannen zu leuchten und zu blinken. Der große Bildschirm
vor ihnen leuchtete nacheinander in vielen Farben auf, bevor er die technischen
Daten für den Check aufzeigte. "Computer. Check Control. Raft
Control. Sec Control." Der Bordcomputer begann nun, die verschiedenen
Systeme des Colum-Ghar binnen weniger Augenblicke vollständigen und
umfangreichen Tests zu unterziehen. Es wurden zunächst die primären
und sekundären Energieleitsysteme getestet, Navigation und RANGE-MODUS
wurden neu justiert. Der RPS-Gravitationswandler wurde in Betrieb genommen
und sämtliche Sicherheitstests wurden noch einmal wiederholt. Der
Bordcomputer rapportierte die Checkergebnisse in der gewohnt ruhigen
Art mit der sonoren männlichen Stimme, die Kommandant Zerion seit
so langer Zeit nicht mehr vernommen hatte:
" Sierra
Tango Triple One Motherboard. Control End. Data CRS-Control: Check-Run.
RPS-Run. SEC-Run. Alle Systeme arbeiten fehlerfrei bei 100%. Reserve bei
11%. ST111COLUMGHAR7699242CPU meldet Einsatzbereitschaft. Antrieb und
Waffensystem stehen zur Verfügung. Bitte Kursdirektion und Startsequenz
eingeben."
Zerion und
Kh´yron bedienten die Navigationsphalanx und Zerion begann, die
Startsequenz zu aktivieren. "Computer. Start einleiten. Kurs: 0°/0°.
stand by. Gravitationfaktor: 0 Drive: 0." Das Summen in den Triebwerken
nahm an Intensität zu. Staub wurde draußen vom Boden aufgewirbelt,
und hüllte den großen Raum in eine irisierende Wolke, durch
die die Landelichter des VORTEX III wie helle Lanzen stachen.
Der Colum-Ghar erhob sich langsam vom Boden und die Landestützen
wurden eingefahren. Außerhalb des Kommandoblocks schwoll das Summen
der Gideon VI-Triebwerke zu einem unerträglichen Geräuschinferno
an, das menschliche Ohren nie hätten ertragen können. Wenn in
der Halle außer den beiden Raumfahrern jemand anwesend war, dann
war dieser spätestens jetzt, da die Antigrav-Triebwerke anliefen
und den Raum mit einem Brüllen und Toben der Gewalten erfüllten,
endgültig taub. Der Commander gab weitere Parameter an den Bordcomputer
zur Bearbeitung.
"Computer. Bereite Austritt in Atmosphäre vor. Zwischenbereich
berechnen. Anflugwinkel bei Verlassen der Hydrosphäre korregieren.
Neue Kursberechnung erfolgt bei Höhe 1,0 Nanolichtsekunden über
Normalnull. Ausführen."
"BELTRON
Aktiviert. Startfreigabe. Sekundärsysteme fluten Startplatz. Austritt
aus der Hydrosphäre in RAST 0,27. Ionenfluß positiv. Initiiere
Vorstufe Impuls 1."
Die Decke
über dem Colum-Ghar begann, sich langsam zu den Seiten hin zu öffnen,
und ein unermeßlicher Schwall schmutzigen Wassers ergoß sich
sturzartig in das unterseeische Gewölbe und füllte den Raum
binnen weniger Sekunden mit dem grünlichen Wasser der Nordsee. Der
Colum-Ghar wurde durch die hereinbrechenden Wassermassen in keinster Weise
bewegt, der RPS-Wandler hielt den VORTEX III sicher in der festgeschriebenen
Position.
Als sich das Wasser etwas beruhigt hatte, begann die Startautomatik, den
Kampfgleiter aus den Fluten zu heben. Nach wenigen Sekunden hatten sie
die Oberfläche erreicht und durchbrachen diese in horizontaler Objektlage,
als gäbe es die Oberflächenspannung nicht.
"RPS-Modus:
Pierce H beendet. Erreichen Modus Pierce A. Steigflug."
In fast Nullzeit
erhob sich der VORTEX III bis in ca. 300 m Höhe über dem Meer
und verharrte dort absolut unbewegt mit laufenden Triebwerken.
"Programm
ausgeführt. Erwarte korregierte Kurseingabe.
"Computer.
Zielkurseingabe. Sierra Sierra Tango Lima /
Zielcode:46164SSTLVIATHN.111
Kurs auf das Sternbild des Schützen. RadixH: 7°45´. RadixV:
42°4´. Geschwindigkeit bis RAST 1: 1 Mikra. Danach Geschwindigkeit
Alpha 1 bis RAST 163,7. Gravitationsübernahme bei Rast 165. Eingabe
beendet."
"Du
willst zum Pluto?" Kh´yron war erstaunt. "Meinst du wirklich,
er war die ganze Zeit so nah? Das würde ja bedeuten, daß der
Marga damit rechnete, daß wir wieder gebraucht werden. Dann war
das Ganze alles nur Theater, um uns bis zur Entscheidungsschlacht ruhigzustellen?
Jahrhunderte des Leids und der Unterdrückung waren nichts als Beschäftigungstherapie
für ungeliebte Krieger, oder was?"
Er sah Zerion
erwartungsvoll an, als wolle er ihn um eine Verneinung seiner eben verfaßten
These bitten. Dabei machte er den Eindruck eines zutiefst erzürnten
Kämpfers. Zerion jedoch dachte nicht daran, Kh´yron diesen
Gefallen zu tun und nickte statt dessen betont langsam und bedeutungsschwer.
"In etwa fünf bis sechs Stunden, mein lieber Freund Kh´yron,
werden wir wieder an Bord des Technodroms sein. Wir werden wieder mit
dem Leviathan durch das Universum pflügen, und wir werden kämpfen,
mein getreuer Kampfgefährte. Wir werden kämpfen, wie wir noch
nie zuvor gekämpft haben. Unser Gegner ist mächtiger, als je
zuvor. Es ist viel Platz auf dem Feld der Ehre, Kh´yron. Laß
es uns betreten. Computer. Startfreigabe an Triebwerkskontrolle. Autonavigation
aktivieren."
Ein kurzes,
rollendes Pfeifsignal ertönte und der nasse, im Mondlicht düster
funkelnde Corpus des VORTEX III begann, seitlich nach rechts oben anzugehen,
derweil er sich bei diesem Manöver auch um seine Längsachse
langsam zu drehen begann, so daß er dem Meer in dem Moment, als
das Impulstriebwerk zündete und den Gleiter hinaus aus der Atmosphäre
katapultierte, fast den Rücken zuwandte. Die Schockwelle des Impulsantriebes
war so groß, daß sich in der Nordsee eine Springflutwelle
ausbreitete, die den E-MAILS und NTV´s auf der Erde noch nach Wochen
zu berichten gegeben hätte...
Der stolze Vogel wurde von den Impulstriebwerken mit nicht geahnter Geschwindigkeit
ins All getrieben und erhöhte sein Tempo nun auf etwa 20.000kmh.
Nach ca. 3 Minuten meldete sich der Computer:
"Achtung.
Bereite Phasenwandler für Alpha 1 vor. Initiierung in zehn Sekunden,
9...8...7...6...5...4...3...2...1 - Overlay komplett. Gehe auf Alpha 1.
Kurs akzeptiert."
Der Impulsgang
des Deuterium-Stroms in den Haupttriebwerken wurde verstärkt, und
die Fusionsreaktoren erreichten 93% Leistungshergabe. Mit einen kurzen
Aufblitzen verschwand der Colum-Ghar in dem Lichttor, das er durch seine
Beschleunigung geöffnet hatte.
Zerion betrachtete die Erfassungsmuster am Vorausbildschirm und sann über
vergangene Zeiten, während Kh´yron sich an die Überholung
der Bordinstrumente machte und hierzu im oberen Deck des Gleiters verschwand,
seine Anwesenheit hin und wieder durch Klopfgeräusche an der Innenkonstruktion
des oberen Decks kundtuend.
Damals, nach der ersten Großen Schlacht gegen den Cuthulhu, der
das mächtige Raumschlachtschiff Nyarlathothep befehligte, hatte man
ihn und seine besten Offiziere des Kommandos und des Ranges enthoben,
obwohl es ihnen gelungen war, Cuthulhu in eine lebensbedrohliche Enge
zu treiben. Der Nyarlathothep war schwerst angeschlagen worden in dem
großen letzten Gefecht der Schlacht im Proxima-System. Man hatte
ihn und seine Männer wie Kriegsverbrecher behandelt und nicht im
Traum wäre es den fetten Repräsentunten, wie der Commander die
wabbernden und intriganten Ratsmitglieder oft zu nennen pflegte, eingefallen,
die Taten die seine Leute für die bewohnten Planeten getan hatten,
mit Dank zu erwidern.
Zerions Kampfpiloten waren reihenweise wie die Fliegen vernichtet worden,
als sie damals den fünfzackigen Kampfstern des Gegners wieder und
wieder in sinnlosen Wellen angeflogen hatten. Aber diese feinen Herrschaften
hatten nichts besseres zu tun, als vor dem Rat Beschwer zu führen
über ihr Land und ihre Kolonien, die sie durch die schweren Kämpfe
verloren hatten. Und sie waren sich obschon ihrer an sich sprichwörtlichen
Zerstrittenheit in einem Punkt merkwürdig einig: Wenn Einer am Maß
der herrschenden Zerstörung Schuld sein könne, dann doch der
Commander des Technodroms, denn er habe doch den Gegner erst herausgefordert.
Außerdem war der Andere geflohen.
Man hätte
sich doch schließlich einigen können, meinten sie dann auch
noch, der Cuthulhu hätte sich sicherlich mit einem profitablen Arrangement
befriedet. Sie hatten wenige Tage, nachdem das Morden und Sterben nachgelassen
hatte bereits vergessen, gegen wen der Commander mit seinem Kampfstern
gezogen war, und daß sich dieser Feind bestimmt nicht befrieden
würde. Doch sie hatten pausenlos auf den Marga eingeredet mit Engelszungen.
Er hatte völlig ungerührt zugehört und das Urteil gefällt.
Sicher, heute wußte Zerion es besser, aber damals war es ihm, als
risse man ihm das Herz heraus. Als er in Begleitung des Übernahmeoffizierschors
auf den Kampfstern zurückgekehrt war, hatte man auf dem ganzen Technodrom
um ihn getrauert. Alle dachten, der Commander würde nie wieder auf
seinen Platz zurückkehren. Alle waren in Trauer gewesen, denn die
bevorstehende Demontage des Kampfstern und seine Umwandlung in eine Raumstation
zu Forschungs- und Erholungszwecken wollte niemandem so recht behagen.
Alle, die durch das Technodrom oder auf ihm lebten, ja sogar Teil von
ihm waren, fühlten die Lehre, als das Kommandoshuttle VORTEX III
den Alphahangar mit dem Commander und der Nr.1 an Bord verlassen hatte.
Sie hatten Zerion und die anderen Offiziere getrennt untergebracht, und
ihre Gedächtnisse mit derselben Maschine gelöscht, die ihm nun
sein Leben zurückgegeben hatte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl
der Befreiung für Zerion und die Leben, die er in den letzten tausend
Erdenjahren geführt hatte, begannen zu verblassen. Nun würde
bald wieder alles anders sein. Er war wieder Zerion. Der Kommandant. Er
sah sich in seinem Kommandostand um. Vor ihm auf der gläsernen Arbeitsfläche
entfaltete sich die Navigationsphalanx, deren blaue Interaktivfelder sich
von den roten der Waffenphalanxen deutlich unterschieden. Alle Felder
waren in einer Weise angeordnet, daß man sie ohne Energieverluste
bequem bedienen konnte. Der Hauptschirm vor ihm zeigte im Moment kein
reales Außenbild, es liefen permanent die Leistungsdaten über
den Schirm. Sein Blick schweifte hinüber zu den Energieleitbänken,
die Kh´yron selbst in den härtesten Kämpfen ausgezeichnet
zu bedienen pflegte. Die ständige Kontrolle des Energiefluxus, der
gerade im Gefecht unter Beschuß oft geändert werden mußte,
erforderte größte Konzentration und ein enormes technisches
Verständnis. Der Copilot hatte sämtliche Energieflußmuster
im Kopf zu haben, um bei Systemwechseln schnell reagieren zu können.
In der stillen Zusammenarbeit von Pilot und Copilot lag der Kampferfolg
eines Colum-Ghar Jägers.
Und Commander
Zerion und sein erster Offizier Kh´yron waren zwei Abkömmlinge
von Seguria, die wie eineiige Zwillinge waren. Sie ergänzten einander
wie Deuterium und Orgon, so daß sie binnen kürzester Zeit zum
erfolgreichsten Kampfbund des segurianischen Imperiums avanciert waren,
und man sie beide damals ausgewählt hatte, um den Leviathan zu führen.
Nun waren sie auf dem Weg zurück zum Technodrom und bereit, die Ehre
des Empire wiederherzustellen und an den Ruhm vergangener Tage wieder
anzuknüpfen.
Zerion war äußerst zufrieden mit der Entwicklung der Dinge.
Nach einiger Zeit kam Kh´yron von seiner Inspektion durch das Innere
des Gleiters zurück und zeigte sich äußerst zufrieden.
"Wenn das Technodrom in demselben Zustand ist wie der Colum-Ghar,
dann möge der Schöpfer des Universums mit unseren Feinden sein,
denn wir werden seinen Beistand nicht benötigen. Ich schwöre
Euch, mein Lord, es gibt im Universum nichts besseres, als die segurianische
Technik. Dafür würde ich durchs Feuer gehen." Man konnte
davon ausgehen, daß der Krieger es auch genauso meinte, wie er sagte.
Kh´yron war ein sehr direkter, aggressiver Typ, der immer den härteren
Weg wählen würde, auch wenn es keinen Vorteil brächte.
Sein Mut und seine Körperkraft waren Legende im gesamten segurianischen
Reich. Er war der Sieger der Kraftspiele von Benethnash Prime und hochdekorierter
Kämpfer der Allianz von Sodom. Das machte ihn zu einem gefürchteten
Kämpfer und unnachgiebigen Krieger. Seine aggressive Entscheidungskraft
im Gefecht und seine grenzenlose Improvisationsfähigkeit ließen
ihn auch für taktisch geschulte Gegner zu einem immensen Problem
in der strategischen Berechnung werden. Kh´yron war einer uralten
Edomiterfamilie entstammt, deren höchstes erstrebenswertes Prinzip
es war, die statistische Unberechenbarkeit mit einem effizienten Wirkungsfaktor
zu koppeln. Die Meister dieser Kunst, die ausschließlich auf Sodom
praktiziert wurde, brachten es dazu, aus allen vorhandenen Ausgangsstoffen
mittels ständig wechselnder Handlungsmuster alle erwünschten
Ergebnisse hervorzubringen. Sie waren die Beherrscher des Chaos. Drei
der asshurischen Meister hatten den kleinen Kh´yron damals in den
Katakomben von Sodom aufgefunden und all ihr Wissen in ihn gelegt. So
war er zu einen strategischen Wunder geworden und als er zur Flotte kam,
begann sein kometenhafter Aufstieg.
Zerion hatte ihn damals in der Kriegsausbildung kennengelernt, und die
beiden waren sofort feste Freunde geworden. Sie waren von Anfang an zusammen
geflogen und auch später, als Zerion in den Dienstgraden höher
stieg als Kh´yron, waren sie nie getrennt worden. Zu Beginn des
2. Zyklus des Sodom von Dubhe im 6. Imperium von Gharwk war durch das
Reich die Kunde gegangen, es würde ein Kampfstern gebaut, da die
Prophethen eine Bedrohung gesehen hatten, die das gesamte Universum in
seiner Existenz in Frage stellte. Wesen von unheimlicher Größe,
die von außerhalb des heliogenetischen Raumzeitkontinuums stammten,
drohten das Universum zu vernichten.
Zerion erinnerte sich. Auch er, er war damals noch ein Kind gewesen, hatte
gelacht über die alten Bartträger, die dahergewatschelt kamen,
um seiner Familie, die zu den Stämmen der heiligen Krieger gehörte,
weiszumachen, was für Waffen sie benötigten, um zu kämpfen.
Und trotzdem
hatten die Orden der Propheten all ihr Besitztum, das sie in Jahrtausenden
gesammelt hatten, veräußert. Man sagte, sie heuerten die besten
Konstrukteure und Monteure des segurianischen Sektors an, um nach ihren
Plänen einen Kampfstern zu konstruieren, wie ihn das beleuchtete
Universum noch nie zuvor gesehen hatte. Ganze Planeten des Systems waren
der Legende nach zu Thellurium geschmolzen worden, um den mächtigen
Rumpf zu schaffen, den nichts durchdringen konnte.
Die Alten
hatten einen Sodomith-Okteader aus dem schwarzen Herzen Sodoms von Seguria
schlagen lassen, der an Höhe den höchsten Berg, den Zerion auf
der Erde gesehen hatte, übertraf. Es war ein einziger, völlig
perfekt geformter tiefschwarzer Kristall, der die Energie von dutzenden
von Galaxien speichern konnte, und mit nichts vergleichbar war, was Menschen
je erschaffen hatten. Der Kristall, hieß es, war damals in die Umlaufbahn
von Alkaid geschleppt worden, wo er in einem Zeitraum von 3 Standardjahren
unter Zuhilfenahme besonderer, apokrypher Rituale der vergessenen Zeiten
darauf vorbereitet wurde, Leben zu tragen. Am Tag Shai-Haluthar hatten
sie den Sodomith zum Sterntor gebracht und der Leviathan hatte den Stein
beseelt. Nach der Fertigstellung des Technodroms, das nichts als eine
Rüstung für den Leviathan war, wurde eine Mannschaft für
den Kampfstern gesucht, und Zerion und Kh´yron hatten sich beworben.
Sie hatten beide bereits eine steile Karriere im Korps hinter sich, die
jedoch aufgrund ihrer Eigenwilligkeit bis hin zur Befehlsmißachtung
auch tiefe Einschnitte aufwies.
Desto mehr überrascht waren sie beide gewesen, als man Zerion das
Kommando über den Kampfstern zuteilte und Kh´yron zum ersten
Offizier machte. Sie wurden beide in den Commanderstand befördert
und in der Datenzentrale des Imperiums wurden ihnen sämtliche Stufe
1 - Dateien eingelesen. Das war ein Vorgang, soviel wußte Zerion
schon damals als einfacher Offizier der Streitkräfte, der absolut
unüblich und sogar verboten war. Es wurde in der Regel bei der Programmierung
der Erinnerungsdatenbanken streng darauf geachtet, daß ein kritisches
Maß an Information nie überstiegen wurde, so daß die
totalitäre Anwendung der Daten ausgeschlossen werden konnte. Nicht
einmal die Führer des Imperiums, einschließlich des Imperators,
besaßen alle Datenbanken. Zerion ging bereits damals auf, daß
da etwas besonderes lief, da wurden ihnen Daten mit auf den Weg gegeben,
die man für normale Kampfeinsätze nie benötigt hätte.
Forschungsdaten, historische Daten, der gesamte sodomitische Datensatz
war an Bord des Kampfsterns. Zerion wußte innerlich bereits damals,
als er den Kampfstern das erste Mal betrat, daß er seine Heimat
wohl nie wieder sehen würde. Ein Signal vom Bildschirm und Kh´yrons
Meldung rissen Zerion aus seinen Gedanken.
"Commander, wir erreichen Kulminationspunkt in RAST 0,7. Senke Geschwindigkeit
von Alpha 1 auf 1,0 Mikra. Computer. Bereite Verzögerung vor. Stabilisiere
auf derzeitigem Kurs. Geschwindigkeit: 1,0 Mikra. Ausführen."
Zerion schaltete den Bildschirm um. Dieser zeigte nun die 0°/0°
Voraussicht. Der optische Effekt der Vortriebsverzögerung war fantastisch.
Die Sterne,
die eben noch auf den Betrachter zuflogen, kehrten scheinbar um und entfernten
sich wieder. Dann hielt das Bild kurz inne, und die Sterne fixierten sich
am Firmament. Vor ihnen lag Pluto, der majestätische Eiskönig
dieses Planetensystems, düster und unheilschwer im fahlen Glanz der
Sonne, die sie im Rücken hatten. Vor der mächtigen Shilouette
Plutos machten die Scanner verschiedene Objekte aus. Die Erfassungsmuster
zeigten sechs Colum-Ghar-Jäger, die auf etwas zu warten schienen.
Es waren die anderen Exilisten, die Zerions Ankunft erwarteten.
Im Cockpit
des VORTEX III ertönte das Anrufsignal der Intercom. Zerion öffnete
den Kanal und der Bildschirm zeigte das Gesicht eines harten, kampferprobten
Mannes, der mit absolut militärischem Gleichmut kommunizierte, obwohl
Zerion wußte, daß auch sein Gegenüber am anderen Ende
der Leitung von prickelnder Spannung erfüllt sein mußte. Es
war General Harhakhan, der Führer des Rot- Geschwaders der Colum-Ghar-Krieger.
Die Erste der vier Staffeln mit je 2200 Colum-Ghar-Jägern der Klasse
1 (2 Mann Besatzung & Bewaffnung) war aus der Elite der Kampfpiloten
gebildet worden. Es waren durchweg draufgängerische, kampflustige
Teams, die wegen ihrer Art zu kämpfen auch die "Golachab"("die
Flammenden") genannt wurden. Die Angehörigen dieser Kaste genossen
größten Respekt auf dem Technodrom. Gairon Harhakhan war der
härteste von Ihnen, und Zerion war sich der absoluten Loyalität
dieses mächtigen Kriegers mit der hohen, verknöcherten Stirn
sicher. " SHAVN JIHAD, Warrior Lord of Sodom! Ich grüße
Euch, mein Kommandant! Wir erwarteten Eure Ankunft, um gemeinsam mit Euch
in Ehre auf den Kampfstern zurückkehren zu können. Es ist eine
lange Zeit vergangen, wir sind bereit und erwarten Eure Befehle."
Zerion war erfreut, in das Gesicht des Kampfgefährten zu sehen.
[...]
Das segurianische
Technodrom setzte sich in Richtung auf die trojanischen Asteroiden in
Bewegung. Obschon die urgewaltigen Triebwerke archaisch brüllten,
drang aus dem Entropiering nicht ein Ton ins beleuchtete Universum. Der
waffenstrotzende Koloss glitt lautlos, immer schneller werdend, über
den sternbeleuchteten Horizont.
"Navigation an Commander. Marschgeschwindigkeit Alpha 2 erreicht.
voraussichtliches Eintreffen am Ziel: T3-88 Minuten Systemzeit."
Commander Zerion stand an der Brüstung des Kommandoleitstandes und
war zufrieden. Nach der Energieaufnahme würde er den Leviathan zwischen
dem Erdmond und der Sonne postieren, bis zum Einsatzzeitpunkt. Das vereinbarte
Zeichen war die totale Ekliptik, die am Tage des 11. August um 10.53 Weltstandardzeit
das imperiale Flottenmanöver einleiten sollte. Es wurde damit gerechnet,
daß Cuthulhu ebenso wie die imperialen Kreuzer die Dunkelheit zur
Aktion nutzen würde und daß die Seiten zu diesem Zeitpunkt
aufeinanderträfen.
Cuthulhu, der Führer der Formwandler, verfügte über ein
pentagonförmiges Basisschiff, daß die Größe des
Leviathan noch um ein Vielfaches übertraf. Seine Stryga-Jagdgeschwader
waren zahlenmäßig mehr als doppelt so stark wie die des segurianischen
Technodroms, aber seine tumben Piloten waren den Kriegern des segurianischen
Empire weit unterlegen. Zudem waren die schweren Kreuzer des Marga auch
relativ gut bewaffnet und man konnte davon ausgehen, daß die Kreuzerkommandanten
sich einen Gefecht nicht entziehen würden. So konnte Zerion seine
Colum-Ghar-Staffeln beruhigt in die Schlacht schicken, denn um die Erde
waren die Kräfte einigermaßen ausgeglichen.
Ein wenig
Sorge bereitete ihm nur der Nyarlathothep, das Basisschiff des Feindes.
Es war von ungeheurer Schlagkraft, und im letzten Gefecht hatte der Leviathan
alles aufbieten müssen, um ihn in die Enge zu treiben. Dies war ihm
nur mit Hilfe der großen Colum-Ghar-Staffeln gelungen, die ihm nun
gebunden waren. Und gelang es dem Technodrom nicht, den Nyarlathothep
aufzuhalten, dann waren seine Jägerpiloten und auch die Kreuzer des
Marga dem Feind schutzlos ausgeliefert und verloren.
Es würde einen Kampf auf offenem Feld geben, und diesmal war niemand
da, der die Kontrahenten unterbrechen würde.
Auf dem Hauptschirm kam in weiter Ferne eine große Anzahl Asteroiden,
die auf der Bahn des Jupiter um die Systemsonne kreisten, in Sicht.
"Navigation
an Commander. Zielobjekt in Sicht. Entfernung: 106omicron Geschwindigkeit
verringert auf 541 Mikra. partielle Annäherung eingeleitet. Autonavigation
aktiviert."
Der Bordrechner übernahm nunmehr die Annäherung an das Zielobjekt.
Der Kampfstern verlangsamte sowohl Geschwindigkeit als auch Drehzahl.
Langsam kam er dem Asteroidenschwarm näher, und verharrte in etwa
10.000km Entfernung im Basisrotationszustand. Die Pulsgeber wurden heruntergefahren,
und einzig die Impulstriebwerke hielten das Technodrom in der Basisrotationsfrequenz
in Stellung.
Der Commander übergab das Brückenkommando an den ersten Offizier
und setzte sich auf dem Platz des Kommandanten nieder. Dieser Platz war,
wie viele andere Dinge auf dem Technodrom auch, ein einzigartiges Novum
in der Konstruktion interplanetarer Raumfahrzeuge. Der Platz, der
einem großen Ohrensessel glich, war mit hochsensiblen Alphawellensensoren
und Subfrequenzgebern ausgestattet. Dies erlaubte es dem Commander
in besonderen Gefechtssituationen, das Verzeichnis ACAM 111 zu aktivieren
und sein Bewußtsein direkt mit dem Hauptrechner des Technodroms
verknüpfen. Alle technischen Möglichkeiten des Kampfsterns konnte
Zerion dann von hier aus persönlich kontrollieren. Vom Platz des
Kommandanten aus hatte man, leicht erhöht, einen guten Ausblick auf
das Geschehen im Brückenraum. Kh´yron marschierte an der Hauptkonsole
auf und ab, und gab Anweisungen für die Energieaufnahme.
"Subcommander an Navigation. Kurs beibehalten, Drift bei Negativrotation
berechnen. Triebwerkleitstand: Schubumkehr initiieren. Bei Erreichen der
Vortexfrequenz Triebwerke abschalten. Booster Blocks sichern. Energie:
Entropiesektoren I,II,VII&VIII öffnen. Alle Vortex-Schilde auf
100% fahren, wenn Triebwerkabschaltung erfolgt. Öffnen Einlaufschächte
I-IV bei Schubumkehr. Schilde in der Assimilierungszone bei Vortex-Aktivierung
auf 123% fahren."
Die Operatoren an den Phalanxen hatten gut zu tun, die Assimilierungsphase
einzuleiten, bis das Vortex-Programm die Vorgänge übernahm.
Die einzelnen
Stationen bestätigten die Befehle, und das Technodrom kam zum Stillstand.
Während die Schildenergie erhöht wurde, begannen die mächtigen
Stahltore in den Beugen der Arme sich nach den Seiten zu öffnen,
und vier gigantische Einlaufschächte wurden freigegeben, die die
einströmenden Materiecluster in das Innere des Technodroms leiteten,
wo im Pulsatron die Transformation der Atome in Urlicht vollzogen wurde.
Es gab kein Materieteilchen, daß sich dieser Umformung widersetzen
konnte, so daß sich der Leviathan im Grunde von allem ernähren
konnte, was das beleuchtete Universum hergab. Diese Form der Energierequirierung
war angesichts der benötigen Energiemengen ungeheuer effektiv, da
nicht unbedingt ein spezieller Treibstoff benötigt wurde. Der Computer
meldete den Status.
"Alle
Systeme bereit für Vortex-Aktivität. Sicherheitscan ergab keine
Ortung für RAST 7,5 Einheiten. Rundown von Programm Vortex Alpha
777 möglich. Initiiere Servodrive. Einlaufschächte geöffnet,
Pulsatorfrequenz: negativ. Entropie geöffnet. Basisrotation:
negativ/1,0. Annäherung an Assimilationspunkt: 60.000 omicRAST. Verfügbare
Vortexkapazität: o,36 Totalmassen. Schilde aktiviert. Äußerer
Flankenschild bei 100% stabil. Trümmerschilde bei 123%. Vortex aktiviert.
Dringen in Asteroidengruppe der Trojaner ein. Erkenne Materiemuster. 75%
CM-Chondrite, 22% Silikate. Rest: Gemisch diverser Materiemuster. Beginne
Assimilierung."
Der Kampfstern
brach mit langsamer, jedoch unaufhaltsamer Brachialgewalt in den Asteroidenschwarm
ein, und einige der Körper wurden von der Vortexaktivität des
Technodroms in dessen Einzugsbereich manövriert. Das hatte für
die Asteroiden fatale Folgen. Sie trudelten in die sogenannte "Trümmerzone",
in der sie ein- oder mehrmals auf die inneren Flankenschilde trafen und
an der hochfrequenten Ladung der Felder zerbarsten. Das segurianische
Technodrom hatte in der Trojanergruppe die Wirkung einer überdimensionierten
Steinmühle. Alles, was in den Gravitationsbereich des Technodroms
eindrang, wurde unweigerlich zertrümmert und die Teile wurden dann
über die Haupttriebwerksschächte eingezogen. Asteroid um Asteroid
wurde verschlungen, Myriaden Tonnen von Eis und Gestein wurden zu einer
einheitlichen Energieform umgewandelt, die das Technodrom in sich aufnahm.
Einmal mehr wurde das Prinzip des Fressens und Gefressenwerdens bestätigt.
Auf dem Hauptschirm der Brücke konnte man den grausamen und doch
faszinierenden Vorgang ausgezeichnet beobachten und Zerion sah mit Genugtuung,
daß das Technodrom in den eintausend Jahren der Ohnmacht keine seiner
fantastischen Fähigkeiten eingebüßt hatte. Durch den Schutz
der Schilde, die das GPS um den Kampfstern aufgebaut hatte wurde der Metallkonstruktion
nicht der geringste Schaden zugefügt. Nach einigen Minuten war der
Energievorrat des Technodroms bereits wieder aufgefüllt, so daß
der Computer das Vortex-Programm abbrach.
"Abbruch
des Vortex Rundown. Status Hauptenergiereserve bei 100%, Kriegsreserve
11%. Defiant Energy Systems: 100%. Schilde: 100%. Rotationsmodus: Maelstrom
aktiviert; positive Basisrotation wird hergestellt. Einlaufschächte
geschlossen. Energiewandler deaktiviert. Alle Parameter normal. stand
by.
Kh´yron
nahm den Erfolg der Operation zur Kenntnis und beendete die Autonavigation.
Das Technodrom trieb nun in den jämmerlichen Überresten des
Asteroidenschwarms dahin. Die Impulstriebwerke wurden wieder in Betrieb
genommen und das Technodrom begann wieder, sich gegen den Uhrzeigersinn
zu drehen. Als die Basisrotation erreicht war, wandte sich Kh´yron
an den Commander, der hinter ihm saß. Der erste Offizier des Technodroms
baute sich neben Zerions Platz auf. "Wir sind zum Kampf bereit, mein
Kommandant. Ich erwarte Ihre Befehle."
"Einsatzzeit?"
"T3 Minus 60 Minuten Systemzeit."
"Wir werden noch etwa 30 Minuten hier warten. Dann steuern Sie den
Kampfstern in die Prime Position Tango3 im Sektor M3 und erwarten die
Einsatzbefehle Nummer Eins. Computer: Bereite Verzeichnis ACAM 111 vor.
Auslesen der Trace-Pfade. Aktiviere Protokolldatei. An alle Decks: in
T3-30 Minuten Alarm II für alle Decks, Gefechtsbereitschaft melden.
Bei T3-5 Minuten Großalarm ."
Kh´yron erteilte die nötigen Unterinstruktionen an die Navigationsleitstände
und in den Feuerleitständen brach hektische Betriebsamkeit aus. Auf
dem gesamten Kampfstern wurden letzte Vorbereitungen für die große
Schlacht getroffen. In den Civil Resident Segments wurde das Kriegsrecht
verhängt, und alle nicht direkt am Kampfgeschehen Beteiligten begaben
sich in ihre Quartiere und sicherten die Sektoren. Alle Primärenergiekreisläufe
wurden korrigiert und die zivilen Nutzungssysteme wurden auf das
notwendige Minimum reduziert. Die zahlreichen OBS waren in allen Sektoren
des Technodroms voll im Einsatz, um für Ordnung an Bord zu sorgen.
Die botanischen und biologischen Sektionen wurden geräumt und
hermetisch verschlossen. Die Relaxareas wurden versiegelt und vom Netz
genommen, ebenso wie die zahlreichen Betriebe und Distributionsstellen,
die die Besatzung des Technodroms mit allem Nötigen versorgten. Auch
kleinere Werkstätten und alle Bildungszentren wurden komplett deaktiviert.
Der Versorgungsstatus wurde auf das vorgeschriebene Kriegsminimum heruntergefahren
und alle verfügbaren Hilfskräfte erhielten ihre Zuordnung zu
den Utility Reaches, wo sie die kämpfende Truppe unterstützten.
Alles lief nach Plan; so, als hätte es die eintausend Jahre, in denen
das Technodrom inaktiv gewesen war, nie gegeben. Kh´yron, der das
Brückenkommando noch führte, sah sich auf der Brücke um
und erteilte dem einen oder anderen Operator noch weitergehende Befehle,
derweil Zerion auf seinem Platz saß und sich an einem seitlich vom
Commanderplatz angebrachten Monitor mit der Konstruktion und Organisation
des N.O.X.-Verzeichnisses befaßte.
Er studierte
die Zugangscodes und prägte sich die Frequenzmuster des Blur-Operators
genau ein. Er beabsichtigte, die Tarnung erst im äußersten
Notfall zu aktivieren, denn er war sich nicht sicher, ob der Feind nicht
doch über Mittel und Wege verfügte, den Kampfstern trotz der
Tarnung zu orten. Zerion wollte instinktiv dieses Programm, das ja auch
für ihn völlig neu war, zurückhalten. Für die bevorstehende
Reise zum Erdmond war die Benutzung der Tarnung sowieso nicht unbedingt
nötig, denn der Kampfstern würde sich dort befinden, bevor der
Gegner in Sensorenreichweite kam. Dann würde das Technodrom dicht
hinter dem Erdenmond liegen, und war von der Mondmasse nicht zu trennen.
Der Plan war, daß das Technodrom bis zum Beginn der Schlacht zwischen
dem Erdenmond und der Systemsonne verharren sollte, um zum Zeitpunkt der
Ekliptik aus der Nacht hervorzubrechen und nach dem Absetzen der Jäger
den Feind zu stellen, um ihn in einer Entscheidungsschlacht zu vernichten.
Zerion ließ sich die Defiant Arms Energieleitmuster aufführen,
denn er beabsichtigte, noch einige manuelle Optimierungen der automatischen
Feuerkraftkalibrierung vorzunehmen.
[...]
Das Zentrum
des heliogenetischen Imperiums war die gigantische quaderförmige
Raumstation
N E W J E R U S A L E M
"die Goldene Stadt der Himmel von Assiah"
In der Festung residierte der unheimlich fette Imperator von SOL. Die
Grundform der Basis war quadratisch, ebenso die Seitenformen. Das jeweilige
Seitenmaß des gewaltigen Quaders betrug 12000 Helio-Meilen, was
dem Kubus immerhin ein Raummaß von 0,99454*1021 Choinix sicherte.
Damit war New Jerusalem etliche Tausend Mal so groß wie das Segurianische
Technodrom. New Jerusalem hatte die Ausmaße eines kleinen Klasse
M - Planeten und war wohl mit Abstand das größte imperiale
Bauwerk im beleuchteten Universum. Der monströse Verwaltungstrakt
hatte einen 144 Ellen messenden Panzer aus Gormstahl, der trotz seiner
enormen Dichte und Festigkeit in einem grünlich schimmernden Farbton
irisierend glänzte, und man konnte lediglich durch die 12 gigantischen
Haupttore, die durch ein Intrusionssperrfeld geschützt waren, in
die verschiedenen Ebenen ungehindert einsehen. Der urgewaltige Kubus,
der mit der Masse des PLuto fast konkurrieren konnte, war in 12 Großdecks
unterteilt, von denen jedes für sich in seiner Höhe die Gesamtkantenlänge
des Technodroms überschritt und wiederum in tausende von Ebenen,
Sektoren und Interkuben unterteilt war. Die im Innern verwendeten Baumaterialien
ließen die internen Konstruktionen in einem gleißend goldenen
Licht erstrahlen. Der Imperator von SOL hatte es halt gern hell.
Den meisten Platz nahm in New Jerusalem der riesige Verwaltungsapparat
ein, der insgesamt 15.602 Völker in fast 1.200 Sytemen der Föderation
bediente. Dieser Bezirk nahm 6 zentrale Großdecks ein. Alle Regierungen,
die dem föderalen Rat mittelbar oder unmittelbar zugehörig waren,
hatten mit dem Imperium von SOL einen umfangreichen Dienstleistungsvertrag
geschlossen, der sicherstellte, daß die Verwaltung von New Jerusalem
exclusiv Zugriff auf alle Daten des Bündnisses hatte, um größtmögliche
Effektivität der beteiligten Regierungsapparate zu gewährleisten.
Von hier aus wurde das gesamte heliogenetische Imperium gelenkt. Und nur,
wer sich dem Bündnis anschloß, konnte auch sicher sein, daß
seine Welt von den Schlachtkreuzern des Imperiums verschont und damit
existent blieb. Die Verwaltungseinheit war das Herz des Imperiums von
SOL und der verwundbarste Punkt New Jerusalems.
Primäres
Angriffsziel war der KOM-Sender der goldenen Stadt, der tief im Innern
des planetaren Würfels lag. Ihn sollten die Bomber ausschalten, bevor
die Nachricht vom Angriff durch den Interraum an den Marga gesendet werden
konnte. Sollte dieser Plan gelingen, gab es weder für den Imperator
noch für seinen Sohn eine echte Chance, die Schlacht lebend zu überstehen.
Zerion stellte sich die Gesichter der vollgefressenen imperialen Schmarotzer
und Intriganten vor, die ihre korrupten Geschäftchen und Betrügereien
'im Namen der Gerechtigkeit des Herrn' mit pharisäerhaften Fratzen
in New Jerusalem verrichteten. Der Imperator und Führer der LEGION111
hatte vor, ihnen gewaltig das Geschäft zu versauen.
Ansonsten war (mit Ausnahme der ausgedehnten Privat- und Unterhaltungssektoren)
New Jerusalem straff militärisch organisiert. Darauf hatte Ananda
Marga, der eitle Sohn des Imperators, im Führerbunker der Stadt ein
wachsames Auge. Der Marga hatte diese gewaltige Zentrale der Macht -wie
alle anderen militärischen Machthaber auch- auf den Fundamenten der
Angst errichtet und verfügte über ein reichhaltiges Reservoir
an Möglichkeiten, dies auch zu verdeutlichen. Der Streitmacht des
heliogenetischen Imperiums war nicht einmal die Allianz der föderierten
Systeme gewachsen, so daß die Position des Imperators im gesamten
beleuchteten Universum unangegriffen war.
New Jerusalem
war die Heimatwelt des Imperators von SOL. Dorthin wollte Zerion. Er aktivierte
die Navigationsverzeichnisse und bestätigte die Kurseingaben für
das Ziel. Die Gideon-Pulsgeber beschleunigten die Drehzahl des Technodroms
erneut in die nicht wahrnehmbaren Bereiche des Superspin, und nach dem
Ankoppeln auf den Mainstring stob der Kampfstern wie ein geölter
Kugelblitz in Richtung des nächstliegenden Bogensprungsektors davon.
Nach wenigen Zentirast meldete der Computer über Intercom-Lautsprecher
die Navigationsstaten.
"Achtung.
Anflug auf Interraumfenster der RAVE-Kategorie. Break Event in 7 Zentirast.
Errechnete Durchbruchgeschwindigkeit: Alpha 21 bei Superspin. Ankunft
im Zielgebiet 0700 Systemzeit. Telescan bestätigt Zielobjekt laut
strategischer Vorgabe. Angriff erfolgt direkt nach Wiedereintritt in Kontinuum."
Das Technodrom,
das sich in einem genau festgelegten Verhältnis von Masse, Geschwindigkeit
und Rotationsfrequenz bewegte, verließ den koordinierten Raum, um
sich über einen Bogensprung Zutritt in die 40.000 AR entfernt gelegene
Galaxie von Assiah zu verschaffen. Der Austrittspunkt lag in der Nähe
des gewaltigen Kubus und ermöglichte einen direkten Anflug zur ersten
Angriffswelle.
Die Monitore
auf der Brücke erloschen und erneut wurden in allen Sektionen letzte
Vorbereitungen für den folgenden Kampf getroffen. Die CG-Maschinen
wurden in Startposition gebracht und die Bomber wurden aktiviert.
Die endgültige
Taktik war nun aus den ACAM-Verzeichnissen an alle Rezeptoren weitergeleitet.
Die Scans hatten ergeben, daß es eine Möglichkeit gab, den
Notruf von New Jerusalem zu verzögern. Die Jäger und Bomber
würden sofort nach dem Erreichen des Bogenendes in unmittelbarer
Nähe der ersten Torsektion per Notausstoß abgesetzt. Die Jäger
sollten die Flugabwehr binden, während die Bomber sofort durch die
Tore I, V & IX in die Inneren Strukturen der goldenen Stadt vordringen
sollten. Die geräumigen Hauptschächte und -kanäle erlaubten
taktischen Formationsflug und volle Einsatzgeschwindigkeit und die modifizierte
Feuerkraft der Colum-Ghar-Einheiten reichte bequem aus, um die inneren
Sicherheitssysteme der Stadt zu eliminieren. Die Einsatzpriorität
galt der Zerstörung des KOM-Senders, der für das erfolgreiche
Absetzen eines Notrufs in den Interraum nötig war. Wenn der Sender
zerstört war, konnte die Schlacht in aller Ruhe ihren Gang gehen.
Für die notwendige Rückzugsdeckung würden dann die vollständig
gestarteten CG I-Geschwader sorgen. Es kam einzig darauf an, die Bomber
vor dem Schließen der Tore, das ca. 1 Dezirast dauerte, in die Hauptkanäle
der goldenen Stadt zu kriegen.
Währendessen
würde das Technodrom mit vollen Breitseiten aus den Plasmawerferbatterien
den Defensivschild New Jerusalems zerstören, so daß die Stadt
allein auf die Verteidigung durch ihre Werfer- und Laserbatterien und
technisch unterlegenen Geschwader von Starlight- und uralten Traxisjägern
angewiesen sein würde, die zwar einiges an Masse, jedoch nichts an
Klasse aufzubieten hatten. Die Maschinen waren alt, langsam und nur leicht
bewaffnet, die Ausbildung der Piloten war im Vergleich zu der der segurianischen
mangelhaft und ihre taktischen Rechner gehörten -im Anbetracht der
jüngsten segurianischen Neuerwerbungen- ins technische Museum.
Alles in
allem würden die Verteidiger der goldenen Stadt eine recht passable
Schießübung für die Piloten der LEGION abgeben.
Wenn die
Schilde der Stadt vollständig deaktiviert waren, beabsichtigte Zerion,
ein Kulminationsfeld um den riesigen Quader zu legen, und so ein Medium
für den Einsatz des Subwoofers zu schaffen. Durch Katalyse der Synchronschwingung
innerhalb der Dichtestruktur der Trägermaterie würden Haarrisse
in der primären Molekularanordnung auftreten, die die Stabilität
der Außenhülle dermaßen beeinträchtigen würden,
daß die Stadt unweigerlich zerbersten mußte.
Natürlich beabsichtigte Zerion nicht, dem Marga dieses Schauspiel
vorzuenthalten.
Mit LOROO war vereinbart worden, daß dieser eine um 12 RAST-Einheiten
versetzte Projektion der Ereignisse auf der imperialen Notruffrequenz
absetzen sollte an die Truppen der Allianz, die sich noch am Fall Segurias
ergötzten und dort mordlüstern die Ankunft des Technodroms erwarteten.
Sie würden an ihren Monitoren sehen können, wie das Technodrom
ihre Basis vernichtete. Und im Moment der größten Konfusion
würde ihr Todfeind dann aus dem Nichts vor ihnen erscheinen und es
zum Ende bringen.
Die Monitore
auf der Brücke bekamen wieder ein Bild, was darauf hindeutete, daß
in wenigen Zentirast das Ende des Bogens erreicht sein würde. In
der Ferne des Vorausbildes tauchte ein grünlich schimmernder Punkt
auf, der sich schnell vergrößerte.
Zerion reaktivierte die Tarnung, so daß das Eindringen des Technodroms
in den imperialen Herrschaftsbereich lediglich an subtilen Interraumfluktuationen
festzustellen sein würde. Es war davon auszugehen, daß die
Operatoren an den Sensorenphalanxen der goldenen Stadt in diesem Moment
die Veränderungen im Energieflußmuster bemerkten, jedoch würden
sie einige Zeit brauchen, um die Fluktuationsmuster zu definieren und
festzustellen, daß es ein getarntes Objekt von beträchtlicher
Größe war, das diese Anomalien verursachte und aus dem Interraum
in das System eindrang.
Zerion schätzte, daß der Angriff der LEGION sie noch vor dem
Ende ihrer Berechnungen treffen würde. Der Gegner rechnete nicht
mit der ungeheuren Geschwindigkeit, mit der das Technodrom seit der Überholung
agieren konnte und mit der verbesserten Feuerkraft der CG I-Jäger,
welche ihnen eine unerwartet harte Schlacht bieten würden. Die Nerven
aller Legionäre waren zum Zerreißen gespannt.
Der Wiedereintritt
in den koordinierten Raum erfolgte lautlos und unspektakulär. Im
nächsten Moment war die Hölle los.
Über
dem Oberdeck New Jerusalems enttarnte sich das mit Basisrotation operierende
Segurianische Technodrom und stieß eine Wolke von 7.500 CG I steil
nach unten aus, welche sich sofort auf die in der Außenhülle
des Kubus integrierten FlA-Werfer und Laserbatterien stürzten, um
so die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sofort danach starteten die
1.300 CG I-Bomber und nahmen in drei Gruppen Kurs auf die ihnen zugewiesenen
Tore.
Die riesigen rechteckigen Stahltore, die 12 Helio-Meilen in der Höhe
und 24 in der Breite maßen, wurden in dem Moment aktiviert und begannen
sich zu schließen. Überall in den Hauptkanälen, die bei
geöffneten Toren nur durch dünne, elastische Eindämmungsfelder
vom interstellaren Raum getrennt waren, blinkten rote und gelbe Rundumlichter,
die das Notschließen der Tore ankündigten.
Aus den Launch Decks der Stadt strömten Horden von Abwehrjägern
des Imperiums, die sogleich von den Angreifern unter heftigstes Feuer
genommen wurden.
Über
der Stadt teilten sich die CG-Jäger zur Behemoth-Schleife in zwei
Hauptflügel, die um New Jerusalem zwei taktische Halbschalen formierten,
um dann urplötzlich und absolut synchron auf den riesigen Kubus -den
sie umhüllt hatten, wie ein Saidfliegenschwarm den Kadaver eines
Reschtaks- einzustürzen. Sie eröffneten gleichzeitig das Sperrfeuer,
und deckten die Woge der herannahenden Verteidiger mit tödlichen
Energiegeschossen ein.
Derweil hatten die Bomber die Tore, die bereits zur Hälfte geschlossen
waren, erreicht, und brachen durch die Eindämmungsfelder in die Innenkonstruktion
der goldenen Stadt ein.
In einem
Feuersturm aus ihren Bordwaffen preschten die Bomberstaffeln in die hell
erleuchteten Korridore und verwüsteten die seitlich der Hauptkanäle
gelegenen Anlagen und Bezirke quasi im Vorbeifliegen. Nicht enden wollende
Serien von heftigen Explosionen erschütterten die goldene Stadt von
Innen heraus. Die Eindämmungsfelder der Tore wurden von den ungeheuren
Druckwellen zerschmettert und die Wucht der Explosionen schleuderte Menschen
und Material in den Weltraum. Nun erst begannen die Defensivschilde der
Raumbasis wirksam zu werden. Der Sog, der das Innere der Stadt ergriffen
hatte, wurde unterbrochen, und die Bomberstaffeln waren nun völlig
auf sich allein gestellt. Nach Zerions Berechnungen konnte die Leistung
der KOM-Generatoren in der Zentrale des Imperiums derzeit höchstens
bei 25% steigend liegen. Es blieben noch 4,9 Dezirast, um den KOM-Sender
zu zerstören. Er ließ die CG-Staffeln das Oberdeck der imperialen
Basis räumen und begann, die Schutzschilde mit Helioplasmasalven
zu beharken. Die unteren Hauptwerfer feuerten intervallweise große,
genau auf die Schildkonfiguration abgestimmte Cluster reproduzierter Sonnenmaterie
ab, die mit rötlich-gelbem Schein in die Schilde eindrangen und im
Schildgürtel mit den dort vorhandenen Neutrinos reagierten. Heftigste
Inversionswellen erschütterten die Schildkonfiguration und destabilisierten
zusehends diese Abwehrmaßnahme. Als die Schildstärke des Oberdecks
unter 20% sank, durchdrangen die ersten Plasmaquanten die Schilde und
trafen auf die Gormstahlpanzerung der Stadt, die den hochenergetisierten
Geschossen nicht viel Widerstand bot. Nach wenigen Treffern unter die
Außenhaut setzten auch die ersten Schildgeneratoren aus, und der
Schutzschild um die goldene Stadt brach völlig zusammen.
In diesem Moment wurde der Sektor B?361-19 im Innern des gigantischen
Würfels von einer Reihe stärkster Explosionen erschüttert,
die einige der umliegenden Sektoren in schwerste Mitleidenschaft zogen.
Zerion überprüfte die Koordinaten des Detonationszentrums. Den
Berechnungen zufolge hatten die Bomber ihr Ziel nicht verfehlt. Der KOM-Sender
war zerstört, ein Notruf der Angegriffenen damit unmöglich gemacht.
Kurz darauf barsten die inzwischen verschlossenen Tore der ersten Torsektion,
und aus den riesigen Feuerbällen stoben die CG-Bomber heraus, die
sich -gedeckt von einigen hundert Jägern- sofort aus der unmittelbaren
Gefahrenzone begaben.
Die übrigen CG I waren damit beschäftigt, das Technodrom zu
sichern, das nun die Defensivschilde senkte, um zum tödlichen Schlag
auszuholen. Dies hatten auch die Troups des Imperiums bemerkt, und konzentrierten
ihre Jäger-Attacken nun auf den Kampfstern. In dichten Pulks überflogen
sie die mächtige Sternswastika, verfolgt von den CG-Jägern und
empfangen von den Plasmakanonen des Technodroms. Überall rund um
das langsam rotierende Technodrom war der Raum erleuchtet von den Mündungsfeuern
der Kanonen und den explodierenden Tanks und Waffen der gegnerischen Ziele.
Zerions Piloten zeigten nun, was sie in der letzten Zeit dazugelernt hatten.
Und auch Zerion, der über den Gefechtscomputer die Bordwaffen zielsicher
bediente, hielt tödliche Ernte unter seinen Feinden.
Ein Feuerwerk
der Zerstörung umgab den Leviathan, als er sich der goldenen Stadt
bis auf wenige Helio-Meilen näherte.
Der erste
Offizier trat an die Seite des segurianischen Imperators.
"Die Gegenwehr wird schwächer. In wenigen Dezirast werden die
letzten Jäger erledigt sein. Die ersten Notlandefähren und Transportshuttles
verlassen durch die Bodensektion die Stadt und versuchen zu fliehen. Wir
erwarten in Kürze eine große Evakuierungswelle. Unsere Geschwader
werden sich darum kümmern.
Das Shuttle des Imperators hat die Stadt noch nicht verlassen, er ist
vermutlich noch im Führungsbunker. Wir versuchen ihn zu lokalisieren."
"Nicht
nötig, Kh´yron. Es reicht völlig, daß er die Stadt
nicht verläßt. Ich beginne nun die entscheidende Sequenz zu
aktivieren. Range and Fire an alle Einheiten."
Zerion ließ die Sensoren einen Tiefenscan der Molekularintegrität
der goldenen Stadt anfertigen und legte den Interrupt-Sektor an der Außenhaut
fest. ACAM markierte eine Fläche, die der einer ausgestreckten Hand
entsprach und polarisierte die Zuleitungen in die Generatoren des Subwoofers.
Diese Waffe, die im Bodenareal des Zentralsegments <Naibb ACAM>
montiert war, konnte man im Grunde als einen übergroßen "Lautsprecher"
bezeichnen, zumindest war das Funktionsprinzip einem solchen nicht unähnlich.
Der Woofer bestand aus einer von Zentrierungsspulen umgebenen Membran,
die bilateral gesteuert werden konnte. Diese Membran wurde in ihrer Frequenzbreite
der vorhandenen RANGE-Integrität des anvisierten Massekörpers
angepasst und konnte über ein entsprechendes Medium die Synchronschwingung
katalysieren, so daß die Dichtestruktur der Masse zunehmend variierte.
Die Ausrichtung der Störwellen auf einen genau bezeichneten Bereich
des Massekörpers sorgte dafür, daß sich die Integritätsverwerfungen
in der Massestruktur in unregelmäßigen Intervallen ausbreiteten.
So konnten innerhalb kürzester Zeit starke Interferenzen auftreten,
die die Molekularintegrität des Zieles auflösen würden.
Die Interferenzberge belasteten die markierten Kulminationssektoren derart,
daß es zu Rissen und Brüchen in der Konstruktion kommen mußte.
Ganze Planeten ließen sich mit diesem Overkill ohne großes
Aufheben eliminieren.
ACAM registrierte die Materiemuster der Außenhaut, in die der Subwoofer
ein genügend große Loch stanzen sollte, so daß das Technodrom
in das Herz der Stadt vordringen konnte.
Die Resonanzparameter der Woof Energy Systems stiegen rapide an, der linsenartige
Verschluß des Bodensegmentes öffnete sich und gab den Woofer
frei. An der Unterseite des Technodroms fuhren die Zentrierspulen aus
ihren Halterungen und bildeten etwas unterhalb des Reflektors einen Ring
aus metallisch glänzenden Zylindern, die durch ein starkes rotes
Energieband miteinander verbunden waren. Die Zentrierspindel war eingerastet
und wurde automatisch kalibriert. Abstrahlwinkel, Pulsintensität
und Intervalldauer der Interferenzwellen wurden auf den Zielsektor zugeschnitten.
Ein pulsierendes
Leuchten erfüllte die Membran, die sich nun zwischen Reflektor und
Zentrierspindel herabsenkte. Die Schildgeneratoren des Technodroms liefen
hoch, und ausgehend von den Entropiewerfern wurde ein Deuterium-Kulminationsfeld
um die Außenhaut des riesigen Quaders gelegt, das als Transfermedium
für die Interferenzwellen dienen sollte. In der goldenen Stadt herrschten
derweil Chaos und Zerstörung. Die KOM-Sektionen und taktischen Rechner
waren irreparabel beschädigt und boten ein Bild der Verwüstung.
Ganze Trakte waren durch die heftigen Detonationen zerfetzt worden und
in den Trümmern lagen tausende von Toten. Auch großräumige
Areale der Wohn- und Geschäftsbereiche waren arg in Mitleidenschaft
gezogen, und überall hallten die hohen Räume wieder von Explosionsgeräuschen
und den erbärmlichen Schreien Verletzter und Sterbender. Die B?-Sektionen
waren völlig verstrahlt und die Wahrscheinlichkeit, daß dort
noch jemand seinen Dienst versah, war äußerst gering.
In den gesicherten Bereichen der Verwaltungstrakte, in die der Führungsbunker
integriert war, saß der fette Imperator von SOL schwitzend vor Angst
und hatte seinen ratlosen Stab um sich geschart. Alle schwätzten
durcheinander. Von militärischer Disziplin oder der Einhaltung der
Rangordnung war nichts mehr zu spüren. Jeder gab seine hastig erdachten
Vorschläge zum Besten, ohne daß einer der Vorschläge irgendwie
ernsthaft diskutiert werden konnte. Die Palette der Vorschläge reichte
vom ungeordneten Rückzug -Flucht- über Ausfallangriff bis hin
zu bedingungsloser Kapitulation oder Selbstzerstörung. Einer hatte
die grandiose Idee, die Stabilisatoren zu deaktivieren, und so mitsamt
dem Technodrom in die Systemsonne Thyfaret VI zu stürzen.
Der Imperator von SOL hatte nicht einmal mehr seine besten Leute im Griff.
Panische Angst stand in ihren Gesichtern.
Mittlerweile war das Kulminationsfeld errichtet, und die Energiematrix
für die Wooferaktivierung war erstellt. New Jerusalem war umgeben
von einen violett irisierenden Kraftfeld, das den Leviathan mit der goldenen
Stadt verband.
Zerion arrettierte die letzten Rückstoßkompensatoren und nahm
Ziel. Die erste Sequenz wurde abgesetzt. Tiefe, wummernde Doppelschläge
dröhnten durch den gesamten Corpus des Technodroms. Die Kompensatoren
leiteten die reflektierten Wellen in die Entropiewerfer ab, die diese
wiederum ins All ableiteten.
Die Membran
des Subwoofers erzeugte starke Interferenzwellen, die nun auf die vorausberechneten
Punkte auf der Oberfläche New Jerusalems aufschlugen und dort begannen,
die Molekularintegrität des Gormstahls zu verändern.
Zerion erhöhte die Frequenz langsam auf 179 GigaWave. In diesem Schwingungsbereich
sollte die Synchronschwingung des Gormstahls liegen. Der Wellenbeschuß
dauerte unvermindert an, bis die Sensoren das Auftreten feinster Haarrisse
in der Molekularstruktur der Panzerung von New Jerusalem meldeten. Das
Material war durch heftige Interferenzverwerfungen ermüdet, und drohte
nun durchlässig wie ein Schwamm zu werden. Es wurde ein sich vergrößerndes
Undichtefeld in der Oberflächenstruktur entdeckt, das das Ergebnis
des steten Wechsels von Interferenzbergen und -tälern war.
Als der Durchmesser des Feldes die absolute Seitenlänge des Segurianischen
Technodroms überschritten hatte, gab Zerion mental den Befehl, die
Subwoofer zu deaktivieren und einzufahren. Synchron dazu ließ er
die Flankenschilde der Hammer sections auf 123% fahren. Durch einige Schwerpunktmanöver
stellte Zerion den Kampfstern nun vertikal über dem obersten Deck
der Stadt auf. Noch immer drehte sich die Sternswastika in ihrer Basisrotation
linksläufig.
Alle Beteiligten, die dazu in der Lage waren, verfolgten das Treiben des
segurianischen Führers trotz der tobenden Schlacht mit Neugier. Das,
was sich dort am Himmel vor der riesigen Shilouette der Systemsonne abspielte,
war nicht eben das, was man von klassischer Kriegsführung erwartete.
Der Imperator von SOL hatte seinen Gegner, den er selbst nie gesehen hatte,
völlig unterschätzt. Auch der Marga, der gegen die Sicherung
New Jerusalems gesprochen hatte, hatte sich schwerst geirrt. Allein der
Generalintendant der föderalen Streitkräfte hatte den segurianischen
Imperator richtig eingeschätzt.
Das Technodrom näherte sich nun der äußeren Hülle
der Stadt, die durch den Beschuß mit den Interferenzwellen an der
vorgezeichneten Stelle quasi "aufgeweicht" worden war. Selbst
als die Hammer Sections auf die Gormstahlpanzerung trafen, verlangsamte
sich die Rotation der Swastika nicht im Mindesten.
Die äußersten Winkel des Kampfsterns drangen mit Brachialgewalt
in die Stahlkonstruktion der goldenen Stadt ein. Im Innern der Stadt mußte
nun ein ohrenbetäubender Lärm herrschen. Kreischendes Metall
wurde von den mächtigen Armen des Kampfsterns in die inneren Bereiche
des Quaders gedrückt, als wäre es Papier. Die Maelstrom-Power
der Impulstriebwerke presste -unterstützt von der Energie der gewaltigen
Gideon-Pulsgeber- jeden der vier Arme immer wieder aufs neue in den Kubus
von New Jerusalem und trieb das segurianische Technodrom in seiner vollen
Größe in die Konstruktion hinein.
Ein mit geordneten Sinnen nicht zu erfassendes Spektakel bot sich dem
Außenstehenden, der diese Szene beobachtete. In einer Wolke von
völlig deformierten Einzelteilen, humanoiden und anderen toten Körpern,
Gas und Feuer fraß sich das Technodrom wie in Zeitlupe in den Corpus
der viereckigen Stadt, so wie ein Krokodil in den verwesenden Kadaver
seiner Beute hineinkriecht, um an die besten Brocken zu kommen.
Nach wenigen Dezirast war von der Swastika nichts mehr zu sehen. Sie war
vollständig in dem imperialen Quader verschwunden. Einzig große
Mengen von Detonationsfeuer und Trümmern, welche die Wunde, die der
Leviathan aufgerissen hatte, einer Lavaeruption gleich ausspie, zeugten
davon, daß der segurianische Kampfstern innerhalb der Stadtmauern
sein Werk der Zerstörung unbehindert fortsetzte. Nach kurzer Zeit
zerbarsten sämtliche Tore der Stadt und entließen abermals
mehrere nicht unbedeutende Kontingente an Menschen und Material in den
Weltraum. Auch die Zahl der Shuttles, die die Bodensektion der Station
verließen, erhöhte sich zusehends.
Kh´yron hetzte einige Schwadronen der Jäger auf sie, um den
totalen Erfolg der Strafexpedition sicherzustellen. Niemand sollte dieser
Vergeltungsmaßnahme entkommen.
Immer tiefer drang das Technodrom in die Stadt ein, mit Ziel auf den Führungsbunker
im Kern des Würfels, wo noch immer der Imperator mit seinem Stab
herumsaß, und sich ängstigte. Doch Zerion war gekommen, um
diesen Zustand zu ändern.
"Deine Erlösung naht, Imperator von SOL! Ich bin gekommen, um
dich dahin zu bringen, wo für dich seit ewigen Zeiten ein Platz bereitgehalten
wird. In der Hölle!"
Der Imperator und seine Generäle waren völlig geschockt und
paralysiert, als die Sensoren das Eindringen der Swastika in die Stadt
meldeten. Der Kampfstern der Segurianer wütete wie ein degurischer
Reschtak in den Segmenten, die er auf seiner zerstörerischen Route
quer durch den Kubus durchwanderte. Sie hätten es niemals für
möglich gehalten, daß ein Fremdkörper durch die gewaltige
Panzerung dringen konnte, um die Weichteile der Stadt ernsthaft zu gefährden.
Das Vorgehen des segurianischen Kommandanten war in ihren Augen absolut
inobligat und an sich rechnerisch unmöglich. Der fluktuativ frequentierte
Gormstahl wies normalerweise alle Fremdmaterie ab, und war selbst mit
Lasern und Plasmawerfern nicht zu durchdringen.
Doch das Technodrom hatte lediglich "kurz angeklopft", und war
-ohne eine Antwort abzuwarten- in die Stadt eingedrungen und hatte alle
ihre Verteidigungsanlagen, die im gesamten Universum gefürchtet waren,
mit spielerischer Leichtigkeit umgangen oder zerstört. Und nun waren
die Segurianer dabei, das Schicksal der Verteidiger auf die gesamte Stadt
zu übertragen. Überall in den Gängen und Kanälen der
Stadt hallten schwere Explosionen wider, Trümmerteile flogen umher
und verletzten und töteten viele Bewohner und Arbeiter. Tausende
Brandherde verhinderten eine geordnete Strategie, dem Eindringling zu
begegnen. Obendrein hatte das Technodrom inzwischen mehr als 60% der essentiellen
technischen Einrichtungen zerstört, so daß die Schwerkraft
bereits um 88% vermindert war. Die ersten Dinge und Körper, deren
Gewicht sich nun rapide reduzierte, begannen, vom Untergrund abzuheben,
und drifteten -beeinflußt von den periodisch umlaufenden Detonationswellen-
völlig unberechenbar durch die Hohlräume der Stadt.
Das Bersten und Krachen innerhalb des Kubus nahm an Intensität ständig
zu und erfüllte mittlerweile sämtliche Decks mit der düstren
Kakophonie der Zerstörung, die dem heliogenetischen Imperium von
SOL das Lied vom Tod spielte.
Durch die
gesprengten Tore drangen erneut die CG I-Jäger und -Bomber in die
Stadt ein, und schlossen sich der Zerstörungswut ihres Imperators
an. Der Kampf hätte sicherlich schon beendet sein können, jedoch
man merkte schnell, daß es hier nicht um die Beseitigung eines Übels
ging, sondern darum, nicht mehr meßbaren Rachedurst durch die Statuierung
eines besonderen Exempels zu stillen. Zerion, dessen Körper nun gewissermaßen
das gesamte Technodrom war, rastete total aus. Er lief im Innern der goldenen
Stadt, von deren einstiger Pracht nicht mehr viel zu sehen war, Amok.
Die rotierende
Swastika bahnte sich unweigerlich einen Weg ins Zentrum des Quaders, und
die Energieemissionen der Triebwerke gaben der direkten Umgebung des Technodroms
den Rest. Als der RVACH-Arm den Führungsbunker des Imperatos von
SOL zerschmetterte, erlebte dieser den Tod in der Form einer gigantischen
Stahlwand, die seinen Körper wie reifes Obst zerrieb.
Zerion registrierte in seinen sensorischen Bereichen das Verlöschen
des Lebens im Führungsbunker des dahingeschiedenen Imperators von
SOL und stoppte den gewalttätigen Vortrieb des Kampfsterns. Er ließ
das Technodrom nun zwei Überschläge über die Horizontalachse
kippen und schuf sich so im Mittelpunkt der goldenen Stadt einen Raum,
der exakt den Ausmaßen der GPS-Schilde entsprach. Erneut war das
Innere des Quaders von dem tosenden Berstgeräuschen zerreissenden
Stahls erfüllt. Der Umstand, daß sich das Technodrom in der
Umgebung aus Gormstahl bewegen konnte, wie ein Löffel in der Suppe,
raubte den letzten Beobachtern in der Stadt, die noch am Leben waren,
fast den Verstand. Es gab scheinbar nichts mehr, daß diesem Werkzeug
des Bösen, wie das Technodrom in den klerikalen Sekten des Helio-Imperiums
verächtlich genannt wurde, widerstehen konnte.
Sie wähnten
Ha-Armaggeddon vor sich, als sie ihre Niederlage erkennen mußten.
Nie hatten sie ihre eigenen Prophezeihungen verstanden, die von der Auslöschung
der 1000 falschen Propheten sprachen. Stets hatten sie diese Verse ihrer
Annalen auf die von ihnen kritisierten freien Geist-Gemeinschaften projiziert.
Sie waren stets zu hochnäsig gewesen, sich selbst in den Kreis der
falschen Heilsverkünder einzureihen. Nun hatte dies ein anderer für
sie übernommen.
Diese Erkenntnis sollte das letzte sein, was sie aus der Welt der Materie
mitnehmen sollten an den Ort, wo man GERICHT halten würde über
ihr Leben und Handeln.
Zerion bereitete
den letzten Schlag vor. Der Standardzeitabgleich ergab, daß in zwei
RAST-Einheiten die Übertragung an den Marga abgesetzt werden würde.
Da für den Bogensprung Richtung Seguria etwa 8 RAST-Einheiten benötigt
wurden, mußte die Sache hier nun zu Ende gebracht werden. Er beorderte
alle fliegenden Einheiten aus der Stadt und ließ sie in einer Warteschleife
hinter der Systemsonne Stellung beziehen. Als die Jäger abgezogen
waren, checkte er sämtliche Systeme und erhöhte die Leistung
der Flankenschildgeneratoren noch einmal um 56% und fuhr die Schildfrequenz
bis in die roten Bereiche.
Er bereitete
den Aufbau des Entropierings vor, der das Technodrom vom dem es umgebenden
Raum trennte. Diese Aktion würde die Masseverhältnisse innerhalb
des Quaders, in dessen Zentrum der Leviathan sich befand, derart sprunghaft
verschieben, daß ein explosionsartiger Bruch der Außenhülle
rechnerisch zu 93,91% die Folge sein würde.
Der Imperator aktivierte die Zuleitungen und autorisierte die angepaßte
Energiematrix in den Entropiewerfern.
Dann schaltete
er mental die Online, und die Werfer emittierten sofort große Nullentropiequanten,
die sich an den äußersten Abmessungen der Sternswastika orientierten
und den Entropiering bildeten.
Äußerlich
war der Angriff auf New Jerusalem nicht spurlos an der goldenen Stadt
vorbeigegangen. Man konnte deutlich erkennen, daß die schweren Haupttore
zerstört und ein Loch in den oberen Panzerstahl gebrochen war. Doch
im großen und ganzen waren das keine Schäden, die eine Reaktivierung
der Basis nachhaltig verhindert hätten. die Hauptkonstruktion war
noch immer intakt und die zerstörten Innensegmente konnte man durch
viel Arbeit wieder ersetzen. Der riesige Metallwürfel schwebte unbewegt
in einer diffusen Wolke von Trümmern und Leichenteilen, die durch
die gesprengten Tore ins All gesogen worden waren.
Die Ruhe
wurde von einer nicht hörbaren Detonation, die von einem erstaunlichen
optischen Effekt begleitet wurde, jäh unterbrochen.
Zu allen Seiten wurden Teile des Quaders, der eben noch die mächtige
goldene Stadt beherbergt hatte, mit extrem hoher Geschwindigkeit ins All
getrieben. Ausgehend von einem roten Feuerball, in dessen Mitte schwarz
und bedrohlich langsam das Segurianische Technodrom rotierte, wurden Milliarden
von zerrissenen Trümmern mit allem, was sich darin befand, in alle
Richtungen katapultiert. New Jerusalem war praktisch von Innen heraus
zerrissen worden, als Imperator Shaitan Zerion der Erste den Entropiering
errichtet hatte. Tausende von Explosionen in den größeren Trümmern
beleuchteten das grausame Schauspiel und ließen gespenstische Schatten
über die goldenen Metallteile der zerstörten imperialen Basis
tanzen. Totales Chaos, wo eben noch der Imperator von SOL in seiner eindrucksvollen
Machtzentrale die Stärke seiner Regierung demonstriert hatte. Er
hatte dem segurianischen Volk und allen, die Zeugen der Intrusion geworden
waren, eine Lehre erteilen wollen, als er den Heimatplaneten Zerions erobert
und unterworfen hatte.
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